Der Begriff Irisdiagnose ist eher irreführend, denn aus der Iris kann nicht, wie weithin angenommen, eine Diagnose erstellt werden. Es handelt sich vielmehr um eine Hinweisdiagnostik, die Anhaltspunkte über konstitutionelle Stärken und Schwächen erkennen lässt, das Zusammenspiel der Organsysteme untereinander anzeigt und akute Reizsituationen wieder gibt. Aus den Zeichen der Iris allein ist nicht zu erkennen, ob es sich zum Beispiel um einen Morbus Crohn oder eine Colitis Ulcerosa handelt. Die Zeichen im Bereich der Iris sind identisch.
Daher ist die Bezeichnung "Iridologie zutreffender.
Der Iridologe ist ein Kundiger der Zeichen des Auges. Er kann im Auge sehen, was in der Vergangenheit war, was aktuell im Körper ist und auch was in der Zukunft (bei unveränderter Lebensweise) sein wird.
Das Zusammenspiel der Nerven im Körper als Informanten macht es möglich, an Reflexzonen, wie zum Beispiel den Füßen und Händen, den Gesamtzustand des Körpers abzulesen. Ähnlich verhält es sich auch mit der Iris.
Die Iris stellt eine Abbildung des Körpers dar. Störungen an den Organen zeigen sich bereits lange bevor die Schulmedizin Hinweise darauf findet, aber auch häufig lange bevor der Patient Symptome wahrnimmt. Der Iridologe kann somit das Organ in seiner Funktion unterstützen und weitere Schäden vermeiden.
Zur Orientierung im Auge gibt es Topografiekarten, die die Lage der Organe in der Iris bezeichnen. Die hier verwendete Karte geht auf die Erfahrungen von Josef Deck (V1992) zurück. Die Lage der Zeichen wird mit der Uhrzeit bezeichnet. Im rechten Auge liegen die Zeichen des Kopfes zwischen 11:00 und 1:30 Uhr. Brustorgane liegen zwischen 1:30 und 4:30 und zwischen 8:30 und 10:30 und Organe des Unterleibs zwischen 4:30 und 8:30.
Beine und Füße sind genau auf der 6:00 Position zu finden.
Mit dieser Topografieeinteilung kann eine Zuordnung der weiteren Zeichen, wie z.B. farbige Pigmente oder Auflockerungen der Strukturen vorgenommen und eine Aussage über den Zustand des Körpers gemacht werden.
In der modernen Iridologie richtet sich die Aufmerksamkeit jedoch nicht nur auf den Körper. Von ganzheitlich arbeitenden Iridologen können ebenso Aussagen über psychische und seelische Zusammenhänge getroffen werden.
Beispiel1 (rechtes Auge)
Hier ist ein blaues Auge mit einer sehr feinen Struktur zwischen der Pupille und dem Rand der Iris abgebildet. Im Bereich von 5:00 Uhr ist im inneren Drittel ein ockerfarbenes Pigment zu erkennen. Der Rand der Pupille leuchtet zart rötlich. Die blaue Farbe des Auges zeigt die Entgiftung über die Lymphe. Menschen mit blauen Augen haben in der Regel ihre Störungen im Bereich der Schleimhäute und Lymphentgiftung. Erkältungskrankheiten, Husten und Allergien (Heuschnupfen) gehören zu diesen Erkrankungen. Die auffällig feine Struktur ist ein Hinweis auf das sensible und leicht irritierbare Nervenkostüm. Menschen mit dieser Struktur sind zwar konstitutionell sehr robust, laden sich jedoch meist zu viel auf. Sie gönnen sich viel zu wenig Ruhe und nehmen auf den Körper und seine Belastungsgrenzen nur sehr wenig Rücksicht. Sie neigen dazu, sich in ihren Aktivitäten und Gedanken zu verzetteln. Diese Personen sind immer in Aktion und arbeiten lieber alleinverantwortlich. Schwächen Anderer können sie nur schwer nachfühlen, da sie diese Zustände bei sich kaum wahrnehmen. Daher sind bei ihnen Überforderungszeichen und das Burn-Out-Syndrom häufige Störungen. Ein weiteres deutliches Warnsignal ist der dünne rötliche Rand der Pupille (Neurasthenikerring). Er zeigt ein überreiztes Nervenkostüm an. Die sehr kleine Pupille ist ebenfalls ein Zeichen, dass sich die Person zurückziehen und ausruhen möchte.
Das kleine ockerfarbene Pigment im Bereich des inneren Drittels der Iris bei 5:00 Uhr weist durch die Farbe auf eine Störung der Galle. Die Lage des Pigments gibt den Bereich der Störung an. Gifte der Galle werden in diesem Beispiel im Bereich Harnröhre gespeichert. Das kann ein Hinweis auf Reizblase oder immer wiederkehrende Harnwegsinfekte darstellen.
Der Iridologe nimmt diesen im Auge abgebildeten Zustand als gegenwärtige Situation an und bestimmt danach den Behandlungsplan.
Das Rezept steht im Auge:
Als Therapiekonzept ergibt sich für diese Patientin: konstitutionelle Unterstützung durch Anregung und Reinigung des Lymphflusses, Ernährungsumstellung auf säurearme Kost, Stärkung des Nervenkostüm mit z. B. phytotherapeutischen Heilmitteln und Entspannungsverfahren, Anregung des Galleflusses und Unterstützung der Entgiftung über den Genitaltrakt. Des Weiteren sollten psychotherapeutisch begleitet die Themen Wut (Hinweis durch das Gallepigment) und das Thema "Loslassen (Position des Gallepigments im Bereich der Harnröhre) angesprochen werden. Da es sich um ein rechtes Auge handelt, ist zu vermuten, dass sich der Konflikt auf Männer (meist der Vater) bezieht.
Beispiel 2 (Linkes Auge)
Auch hier handelt es sich um eine lymphatische Konstitution. Die Pupille ist normal groß. Im Gegensatz zu Beispiel 1 zeigt dieses Auge jedoch eine lockerere Struktur. Die feine weiße Zeichnung (Radiären) verläuft im Zickzack von dem weißen Ring um die Pupille (Lymphezone) bis zum Irisrand. Diese Zickzackzeichnung ist Hinweis auf eine etwas weniger robuste Konstitution. Menschen mit dieser Struktur sind leistungsstark, hören jedoch auf die Signale des Körpers. Sie gönnen sich hin und wieder eine Pause. Sie haben ein diplomatisches Gespür und Verständnis für die Schwächen anderer, da sie sie von sich kennen. Sie sind für Teamarbeit gut geeignet.
Am Rand der Iris zeigen sich zwischen 2:30 Uhr und 3:30 Uhr deutlich weiße Aufhellungen (Tophis). Weiße Auflagerungen in der Iris (hier auch in der Lymphzone der Iris) sind ein Zeichen der Übersäuerung. Störungen wie z.B. unreine Haut, Allergien, Arthritis Gicht oder Arthrose werden durch diese Zeichen angekündigt.
Um die Lymphzone herum sind Auflockerungen der Struktur erkennbar, die teilweise wie Löcher erscheinen (Lakunen). In diesem Bereich sind die Drüsen abgebildet. Lakunen stellen angeborene oder durch Krankheit erworbene Schwachstellen dar. In diesem Beispiel ist das Zusammenspiel der endokrinen Drüsen (Nebenniere, Bauchspeicheldrüse und Pankreas) nicht balanciert. Es kann zu starken Blutdruckschwankungen, Unterzuckerung, Störung des Wasserhaushaltes und Zeichen der Schilddrüsendysfunktion (Zeichen sowohl der Über- als auch Unterfunktion) kommen.
Der Bereich zwischen Pupille und Lymphzone ist der Bereich des Magen-Darm-Traktes. Er sollte ca. 1/3 der Strecke zwischen Pupille und Irisrand einnehmen. in diesem Beispiel ist die Ausdehnung erheblich geringer. Daraus lässt sich eine nervlich stark beeinflusste Verdauung ablesen (Reizdarm).
Das Rezept aus dem Auge:
Konstitutionelle Unterstützung durch Anregung und Reinigung des Lymphflusses, Ernährungsumstellung auf säurearme Kost, (Kuh-) Milchprodukte meiden, Stärkung der Hypophyse als übergeordnete Koordinationsstelle aller anderen Drüsen, Entspannungstechniken und phytotherapeutische Unterstützung zur Behandlung des leicht irritierbaren Darms. Psychotherapeutische Begleitung bietet sich hier im Bereich der Kommunikation um den Ausdruck von der Enttäuschung, des Kummers und des sauer seins an. Da sich dieses Zeichen auf das linke Auge bezieht besteht diese Störung mit einer Frau. (Meist ist es ein Thema das es mit der Mutter zu klären gilt.) Der Hinweis darauf ist die Tophiebildung (weiße Auflagerungen im Bereich der Irisrandes) im Bereich der Lunge
Beispiel 3 (linkes Auge):
Das Auge zeigt eine aufgelockerte Struktur, die ein Hinweis auf die schwache Drüsenkonstitution ist. Das Zusammenspiel der Drüsen ist gestört, Das Blau des Auges ist ein Hinweis darauf, dass Erkrankungen vor allem Organe der Lymphsystems betreffen. Der hellgraue Ring direkt um die Pupille deutet eine Übersäuerung des Magens an. Die deutliche zum Irisrand hin geöffnete Lakune auf 2:00 Uhr ist ein Hinweis auf Ohrbeschwerden, zum Beispiel latente Ohrschmerzen oder Tinnitus.
Die Pupille ist zur Nase hin verschoben, was auf Veränderungen der Brustwirbelsäule oder emotionale Beschwerden im Herz/Lungenbereich hinweist.
Selbst wenn die Patientin derzeit keine Beschwerden hat, wird der Diagnose entsprechen präventiv behandelt. In diesem Beispiel werden die Drüsen harmonisiert und gestärkt, das Lymphsystem gereinigt, der Magen entsäuert, die Ohrbeschwerden abgeklärt und auf der psychischen Ebene das Thema des Herz/Lungenbereiches angesprochen.
Ausbildungsinhalte in Theorie und Praxis:
- Grundlagen der Iridologie nach Deck, Pesek und Hall
- Strukturmerkmale, Konstitution, Disposition
- Pigmentlehre nach Schnabel
- topographische Gegebenheiten
- Erkennen der Charaktermerkmale
- Umgang mit Ressourcen
- Organsprachliche Deutung der Zeichen im Auge
- Erkennen der psychosomatischen und energetischen Zusammenhänge anhand des Chakra-Readings nach Martin Brofmann
- Erstellen von ganzheitlich orientierten Therapieplänen.
Schwerpunkt ist die praktische Arbeit der Teilnehmer untereinander mit Hilfe der Handlupe, sowie Fotos zu Fallbeispielen und den aktuellen Irisaufnahmen der Teilnehmer.
Der Kurs dient der Wissensvermittlung, jedoch ist ein Anteil an Selbsterfahrung nicht ausgeschlossen, denn das Gesagte betrifft den Teilnehmer ebenso wie seine Patienten.